Telemedizin
Ärztliche Videosprechstunde – persönlich begleitet in Ihrer Apotheke
Manchmal ist ein ärztlicher Rat wichtig, aber ein Praxisbesuch ist kurzfristig schwer möglich – etwa wegen eingeschränkter Mobilität, fehlender technischer Ausstattung oder längerer Wege. Mit der assistierten Telemedizin unterstützen wir Sie dabei, eine ärztliche Videosprechstunde in einem geschützten Rahmen in unserer Apotheke wahrzunehmen.
Sie sprechen dabei per Video mit einer Ärztin oder einem Arzt. Unser geschultes Apothekenteam begleitet Sie bei der technischen Durchführung und ist vor Ort für organisatorische Unterstützung da. Die medizinische Beurteilung, Diagnose und Therapieentscheidung bleiben selbstverständlich Aufgabe der behandelnden Ärztin oder des behandelnden Arztes.
So funktioniert es
Je nach Situation kann die assistierte Telemedizin unterschiedliche Schritte umfassen:
- Erste Einschätzung Ihres Anliegens
Wir unterstützen Sie bei einem strukturierten Ersteinschätzungsverfahren. Dabei wird geprüft, ob eine Videosprechstunde in Ihrer Situation geeignet sein kann. - Videosprechstunde in vertraulicher Umgebung
Wenn eine Videosprechstunde sinnvoll ist, können Sie diese in einem geeigneten, diskreten Bereich unserer Apotheke wahrnehmen. Wir helfen bei der Nutzung der technischen Ausstattung. - Ärztliche Beratung per Video
Die Ärztin oder der Arzt klärt Ihr Anliegen, entscheidet über das weitere Vorgehen und kann – wenn medizinisch angezeigt – beispielsweise eine Behandlung empfehlen, eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellen oder ein Rezept verordnen. - Versorgung im Anschluss
Wird ein E-Rezept ausgestellt, können wir Sie unmittelbar bei der Arzneimittelversorgung und der persönlichen Beratung unterstützen. So lassen sich ärztliche Behandlung und Arzneimittelversorgung sinnvoll verbinden. Assistierte Telemedizin kann dabei eine Brücke sein, ersetzt aber nicht jede notwendige Untersuchung in einer Arztpraxis.
Ihre Vorteile
- Persönliche Hilfe statt Technik-Hürden: Sie brauchen weder eigene Geräte noch besondere digitale Vorkenntnisse. Unser Team unterstützt Sie bei der Nutzung der Videosprechstunde.
- Kurze Wege: Gerade für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, ohne Internetzugang oder ohne geeignetes Endgerät kann die Apotheke ein wohnortnaher Zugang zur telemedizinischen Versorgung sein.
- Geschützter Rahmen: Die Videosprechstunde findet in einer vertraulichen Umgebung statt – nicht zwischen Tür und Angel und nicht allein zu Hause vor dem Bildschirm.
- Schneller zum ärztlichen Kontakt: In geeigneten Fällen kann eine telemedizinische Konsultation helfen, Wartezeiten und unnötige Wege zu reduzieren.
- Unterstützung auch bei akuten Anliegen: Auch in dringlichen Situationen kann eine strukturierte Ersteinschätzung und gegebenenfalls eine ärztliche Videosprechstunde in Betracht kommen. Bei lebensbedrohlichen Beschwerden gilt jedoch immer: Notruf 112.
- Alles an einem Ort: Nach einem ärztlich ausgestellten E-Rezept stehen wir Ihnen direkt für die sichere Arzneimittelversorgung, die Erklärung Ihrer Medikamente und mögliche Fragen zur Anwendung zur Verfügung.
Für wen ist das Angebot geeignet?
Assistierte Telemedizin richtet sich an gesetzlich Versicherte, die bei einer telemedizinischen Leistung Unterstützung benötigen. Besonders hilfreich kann das Angebot sein für Menschen,
- die kein geeignetes Smartphone, Tablet oder keinen Computer besitzen,
- die sich bei digitalen Anwendungen unsicher fühlen,
- die aufgrund von Alter, Erkrankung oder Behinderung technische Hilfe benötigen,
- die einen vertraulichen Ort für eine Videosprechstunde wünschen,
- die nach einem ärztlichen Gespräch ihr verordnetes Medikament zeitnah erhalten möchten.
Ob eine Videosprechstunde für Ihr konkretes Anliegen geeignet ist, wird im Einzelfall geklärt. Manche Beschwerden müssen weiterhin persönlich ärztlich untersucht werden – beispielsweise wenn eine körperliche Untersuchung, Diagnostik oder eine sofortige Notfallbehandlung erforderlich ist.
Wann kann assistierte Telemedizin hilfreich sein?
Die assistierte Telemedizin kann eine sinnvolle Möglichkeit sein, wenn Sie kurzfristig ärztlichen Rat benötigen und Ihre Beschwerden voraussichtlich per Videosprechstunde beurteilt werden können. Beispiele sind erkältungsartige Infekte, leichte Magen-Darm-Beschwerden, bekannte Rücken- oder Kopfschmerzen, Hautprobleme oder wiederkehrende Beschwerden bei einer bereits bekannten Erkrankung.
Auch eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung kann im Rahmen einer Videosprechstunde möglich sein. Ob eine eAU ausgestellt wird, entscheidet jedoch immer die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt nach medizinischer Einschätzung. Bei bislang unbekannten Patientinnen und Patienten kann eine Erstbescheinigung per Video grundsätzlich für bis zu drei Kalendertage erfolgen, bei bekannten Patientinnen und Patienten für bis zu sieben Kalendertage.
Nicht jedes Anliegen ist für eine Videosprechstunde geeignet. Wenn eine körperliche Untersuchung oder weiterführende Diagnostik notwendig ist, wird die Ärztin oder der Arzt zu einem persönlichen Praxisbesuch raten.
Was kostet die assistierte Telemedizin?
Für Sie als Patientin oder Patient entstehen bei Nutzung im Rahmen der gesetzlichen Versorgung in der Regel keine zusätzlichen Kosten. Die Videosprechstunde wird ärztlich grundsätzlich wie ein regulärer Praxisbesuch über die Krankenkasse abgerechnet; die Unterstützung durch die Apotheke ist als eigene Versorgungsleistung geregelt. Private Versicherte können die Leistung ebenfalls nutzen; die konkrete Kostenerstattung hängt jedoch vom individuellen Versicherungsvertrag ab.
Gut zu wissen
Assistierte Telemedizin ist kein Ersatz für den Notdienst oder den Rettungsdienst. Bei starken Brustschmerzen, Atemnot, Lähmungserscheinungen, Bewusstseinsstörungen, schweren allergischen Reaktionen, starken Blutungen oder anderen akuten Notfällen wählen Sie bitte sofort den Notruf 112.
Bei Fragen zur assistierten Telemedizin sprechen Sie uns gerne an.